© Gemeinfrei - https://de.wikipedia.org/wiki/Adam_und_Eva#/media/File:Albrecht_Dürer_-_Adam_and_Eve_(Prado)_2.jpg - Montage: Walter Widemair
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„Paradies“ … „Schlange“ … „Überreden“ … „Schamgefühl“ … „Sündenfall“ … „Schuldzuweisung“ … „Schmerzen“… „Rebellion“ … „Rauswurf“ … Begriffe, die, wenn im Zusammenhang mit einer „Eva“ in den Mund genommen, unwillkürlich an den biblischen Schöpfungsbericht erinnern … und durch den moralisch streitbaren Ausritt der ehemaligen Grünen-Bundessprecherin Eva Glawischnig in Richtung Glücksspielkonzern „Novomatic“ zu neuer Bedeutung gelangen.

“Game over!”“Flasche leer!” … knapp eine Woche nach dem grünen Supergau werden die Klagenfurter Büros geräumt … selbstverursachter Polit-Müll wird entsorgt … eine gewisse Eva G. und ihre WeggefährtInnen scheinen zum Extrakt gescheiterter Ideologie verkrustet … hier, fernab des Gartens Eden, einige finale Gedanken.

Zurück zum Wahlschlappen-Sonntag:
Standard-Journalist Walter Müller berichtet von seinen Eindrücken kurz vor dem großen Total-Crash in “Kärnten, dem Heimatbundesland der ehemaligen Grünen-Bundessprecherin und künftigen Nachhaltigkeitsbeauftragten eines Glücksspielkonzerns, Eva Glawischnig, (…)”.
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“Die verlorene Ehre der Eva G.”
“Ein kleines Häufchen grüner Getreuer wartet bei einer Brotjause in der Grünen-Zentrale in der Sterneckstraße auf das, was kommen mag. Und davor hat so ziemlich jeder hier Angst. Niemand will noch an das kleine Wunder glauben, dass die Umfragen, die der Partei zuletzt nur noch zwei Prozent zugewiesen haben, letztlich doch daneben sind. Die Hoffnung liegt auf dem Grundmandat in Klagenfurt.

Dann fällt das ‚Eva-Wort’. ‚Unser ewiger Hass ist ihr sicher. Das, was uns Eva Glawischnig, die Kärntnerin, angetan hat mit der Novomatic-Sache, ist auf ewig unverzeihlich. Sie braucht sich hier nie wieder blicken lassen’, knurrt ein älterer Funktionär.
Im Gang der Parteizentrale steht ein grüner Sessel. Die Kärntner Grünen haben ihn vor Jahren ihrer Eva gewidmet. Ein Ehrenstuhl. ‚Den zünden wir heut an’, sagt einer aus der Runde. ‚Ich habe eine bessere Idee’, wendet eine Kollegin ein: ‚Wir stellen ihr den Sessel vor die Tür.’ Gesagt und gepackt, und schon steht der Ehrenstuhl von Glawischnig an diesem Wahltag vor der Tür der grünen Parteizentrale in Klagenfurt.”
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© Walter Müller
© Walter Müller – https://derstandard.at/jetzt/livebericht/2000075286848/ticker-nachlese-kaernten-wahl-live-erdrutschsieg-fuer-spoe-plus-fuer-fpoe-und-oevp-gruene-und-neos-scheitern

Wen wundert die für Grüne ungewohnt unsanfte, um nicht zu sagen “agressive”,  Ausdrucksweise, wenn man sich vor Augen hält, was Eva Glawischnig im Rahmen der Sendung “Im Zentrum” (ORF, 09. 04. 2017), bis ins Mark überzeugt, von sich gab:
“Also wir haben jetzt bei dem Eurofighter-Untersuchungsausschuss … da geht es um das größte Schmiergeld-Netzwerk, das jemals die zweite Republik gesehen hat, ja? Und es ist schon unerträglich, in der Demokratie … auch was wir vorher alles sozusagen behandeln mussten. Gesetzeskauf. Dass die, die halt Geld haben wie die Novomatic, ich spreche es auch offen aus, auch wirklich Gesetze beeinflussen. Und da waren wir wirklich so ein starker Gegenpol. Das ist wirklich Anliegen der gesamten Bewegung, das irgendwie abzustellen.”

© Walter Müller,
© Walter Müller, Standard, ebd.

Ungeachtet des entsorgten Ehrensitzes lacht die “princesa verde” nun aus dem gegnerischen Lager. Einen derartigen Wesenswandel 11 Monate nach obiger Empörung konnte selbst der Schöpfer nach Adams Rippenentnahme nicht erwarten … ebensowenig die dafür ausgestellte Quittung durch die Wählerschaft.

Eines steht jedenfalls fest:
Dass auch heute für den Spott nicht zu sorgen braucht, wer den Schaden hat. Diesen in Reinkultur erntete Madame Eva, als man vor wenigen Tagen, von Novomatic-Granden vor laufender Kamera nicht unbedingt würdevoll vor eine gierige Medien-Meute geschleppt, nach glaublichen Wortfetzen rang … “Epische Grausamkeit!”, wie mir ein Freund postete … da bestand Erklärungsbedarf pur … mit sorgentrunkener Performance und einer Gestik und Mimik, die Bände sprachen und an ein historisches Zitat erinnern:

“Vae victis”
… was so viel bedeutet, wie: “Ein Besiegter ist völlig der Willkür des Siegers ausgeliefert!”
“Diese Worte werden vom römischen Geschichtsschreiber Livius (Ab urbe condita) dem Gallierkönig Brennus zugeschrieben, der nach dem Sieg über die Römer im Jahre 387 v. Chr. große Mengen an Gold als Lösegeld forderte und auf Beschwerden der Römer, dass die verwendeten Gewichte zum Abwiegen des Goldes zu schwer seien, noch zusätzlich sein Schwert auf die Waagschale warf und die vernichtend geschlagenen Römer mit dem Ausruf “vae victis” (wörtlich: ‚wehe den Besiegten!’) verhöhnte.”
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© https://de.wikipedia.org/wiki/Brennus_(4._Jahrhundert_v._Chr.)#/media/File:Paul_Jamin_-_Le_Brenn_et_sa_part_de_butin_1893.jpg
“Brennus und sein Anteil an der Kriegsbeute” von Paul Jamin, 1893 – © https://de.wikipedia.org/wiki/Brennus_(4._Jahrhundert_v._Chr.)#/media/File:Paul_Jamin_-_Le_Brenn_et_sa_part_de_butin_1893.jpg

Was nach der moralischen Zeitreise für die GrünenInnen letztendlich übrigbleibt?
Die Rückbesinnung auf die biblischen Ereignisse, denen gemäß Adam und Eva im Garten Eden von einer Schlange überredet wurden, entgegen dem Verbot Gottes vom Baum der Erkenntnis zu essen. (Diese Schlange wird in der christlichen Tradition oft auf den Teufel bezogen): “Vor Gott versuchen sie sich zu verstecken. Zum ersten Mal ist etwas im Paradies vorhanden, was vorher nicht bekannt war: Die Verletzung des Schamgefühls. Gott stellt sie zur Rede, woraufhin Adam die Schuld Eva zuschreibt und Eva der Schlange. Beide werden aus dem Garten Eden vertrieben.”
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Das Wiener Parlament bzw. der Kärntner Landtag als “Paradiese der Grünen” sind inklusive Vertreibung Vergangenheit, wobei der “Sündenfall” der Eva G. dem Biss in einen der giftigsten grünen Äpfel aller Zeiten gleichkommt.