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Ein Teil der Zuseher war/ist restlos begeistert, der andere fühlt(e) sich gefrotzelt und in einen musikalischen Narrenstall versetzt … selten war ein Siegertitel derart umstritten wie heuer … auch ich habe mir einiges dabei gedacht … und mir eine klare Meinung gebildet.

Immer wieder …
… wird man (speziell als Musiker) danach gefragt, was man von diesem schrillen Gacker-Siegessong und seiner nicht weniger überdrehten Interpretin hält. Um dies frei von Vorurteilen ehrlich beantworten zu können, war es (für mich) notwendig, den Beitrag aus der Sicht des Komponisten und Produzenten mit scharfem Blick zu durchleuchten, regelrecht zu studieren und auch das offizielle Video oftmals in mich zu „saugen“.

Zur Sache
Hier noch einmal die als Favoritin gehandelte und nach der Show vielbejubelte Siegerin Netta Barzilai aus Israel mit ihrem schrägen Titel „Toy“ … es lohnt sich, öfters reinzuhören und sich über den Werdegang der Sängerin zu informieren.

Link zum offiziellen Song-Video

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© https://www.youtube.com/watch?v=CziHrYYSyPc


Die flippige Netta nach ihrem Triumpf:

“(…) ‚Das ist ein großer Moment für mich, für uns als Delegation und für unser Land, das sonst nicht viel Grund zur Freude hat’, sagte die 25-Jährige am Montag bei ihrer Ankunft auf dem internationalen Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv. Sie freue sich sehr, ‚dass die Eurovision nächstes Jahr bei uns in Israel stattfindet’, sagte sie. ‚Das ist Wahnsinn.’ Die sehr glücklich wirkende Netta tanzte am Flughafen zu ihrem Song ‚Toy’“. 
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Was es noch über Netta Barzilai zu berichten gibt:
„Sie ist füllig, sie ist laut, sie trägt schräge Outfits: Die Israelin (…) hat ihren ganz eigenen, ungewöhnlichen Stil. Die 25-Jährige (…) feiert ihren kräftigen Körper, obwohl er nicht dem vorherrschenden Idealbild entspricht. ‚Du musst nicht dem Standardbild davon entsprechen, wie jemand aussehen, denken, reden und kreativ sein muss, um Erfolg zu haben’, lautet ihre Botschaft an junge Frauen. Von einer musikalischen Karriere habe sie geträumt, solange sie denken könne, sagte die junge Israelin der dpa vor kurzem in Tel Aviv. Barzilai ist das mittlere von drei Kindern, geboren wurde sie am 22. Jänner 1993 in der Stadt Hod Hascharon nordöstlich von Tel Aviv. In früher Kindheit verbrachte sie mehrere Jahre in Nigeria, wo ihr Vater als Vertreter eines israelischen Unternehmens arbeitete.
Barzilais ungewöhnlicher Song ‚Toy’ vermischt zeitgenössischen mit typisch koreanischem Pop, Hip-Hop und orientalischen Klängen. ‚Im Text geht es um das Erwachen weiblicher Power und soziale Gerechtigkeit, mit einer einfachen und direkten Botschaft’, sagt die junge Frau. ‚Nämlich: Ich bin nicht dein Spielzeug.’ Dies gehe aber nicht nur junge Frauen an, sondern eigentlich jeden: ‚Seid stolz und nehmt euch selbst so an, wie ihr ausseht und denkt’.“

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„Barzilai war allerdings nicht immer so selbstbewusst. Als Jugendliche habe sie durchaus mit ihrem Gewicht gehadert, erzählte sie dem israelischen Fernsehen. ‚Als Mädchen habe ich mir immer vorgestellt, dass ich ein dünner, schöner Star werde, dass es nur so klappen kann’, sagte. ‚Heute verstehe ich, dass ich es geschafft habe, ohne mich zu verändern.”

Ihren Wehrdienst leistete sie in einer Band der israelischen Marine. Anschließend studierte Barzilai an der Rimon-Schule für zeitgenössische Musik und Jazz bei Tel Aviv, in der Abteilung für elektronische Musik. Das Geld für ihren Looper verdiente sie als Kellnerin. Sie trat häufig in Bars in Tel Aviv und auf Hochzeiten auf. Einem größeren Publikum wurde sie nach ihrem Sieg bei dem israelischen Gesangswettbewerb ‚Hakochav Haba’ (Der nächste Star) bekannt. Dort gewann sie das ‚goldene Ticket’ für die Teilnahme am Eurovision Song Contest in Portugal.

Weibliche Selbstbestimmung
In ihrem Song ‚Toy’ geht es um weibliche Selbstbestimmung. ‚I’m not yout toy, you stupid boy’ (ich bin nicht dein Spielzeug, du dummer Junge!). Deshalb wurde Barzilai auch mit der “Metro”-Debatte in Verbindung gebracht. Die Sängerin sagte dazu, es sei ‚großartig, dass Frauen ihre Stimmen finden’. Gedanken darüber, was andere von ihr erwarten, sieht sie als Zeitverschwendung. Denn das Leben sei zu kurz, sagt die 25-Jährige. ‚Wir sind doch nur eine Minute hier, und deshalb sollten wir die Zeit hier einfach genießen’.“
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Link zum Text des Siegerliedes

“(…) ‚Der Sieg bedeutet, dass wir die Unterschiede zwischen uns akzeptieren und Diversität zelebrieren’, jubelt die grell geschminkte Netta in ihrem pink-roten Outfit, mit dem sie mutig ihre Kurven zur Schau stellt. Ihr Song passt geradezu perfekt in die derzeitige MeToo-Debatte. Später sa’gt sie: ‚Ich denke, dass Authentizität ganz wichtig ist.’ Die Fans können es kaum fassen: ‚Israel, Israel’, rufen sie immer wieder und schwenken ihre Nationalflagge. Und dann ‚Netta, Netta!’ Die ‚Eleni, Eleni’-Rufe verhallen hingegen.“
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Genug nun vom Profil der extravaganten Sängerin. Jetzt will ich mir kurz erlauben, einige ganz persönliche Gedanken einzubringen. Was ich von diesem Song und seiner „Botschafterin“ halte?

Ganz einfach:
Die ganze Sache wird ein Hit! … Ist sie eigentlich schon! Wirklich! Es gibt für mich genug Gründe, die einen Knaller unvermeidbar machen:

„Netta“ als extravagante Figur:
Die Sängerin wirkt von der Statur, Mimik, Gestik und einer selten flippigen Performance her extrem abgefahren … fällt total auf! Ihr „Gehabe und Getue“ machen sie unverwechselbar, Vergleiche in der Branche gibt es kaum … sowas bleibt sofort hängen. 

Gewiss: Die Emotionen gehen hoch, manche Leute fühlen sich verarscht und wirbeln. Andere wiederum finden es sensationell und überschlagen sich vor Begeisterung! Was aber kann einem Musiker (nicht nur) heutzutage Besseres an Werbung passieren? … was dem Musikbusinnes? … dem Showgeschäft? … dem Song Contest?
Über 46 Millionen Zugriffe auf das offizielle Song-Video in kürzester Zeit bestätigen: So ein „verrücktes Huhn“ hat die Welt noch nicht gesehen! …. und vielleicht sogar dringend gebraucht! Netta ist erfrischend anders, eine wie sie macht Müde wieder munter! Perfekt!
Übrigens: Erinnere man sich im Vergleich doch bitte an die ein oder andere ultraschräge Falco-Nummer … oder auch die skurrilen Videos und Bühnenauftritte der EAV. Da schrie niemand: „Verrückt!“ „Skandalös!“ … Vielleicht, weil es Österreicher waren?

Der Song selber …
… ist perfekt angelegt und entspricht von Arrangement (fetzig, impulsiv, tolle Chöre, reizvoll orientalische Elemente) und Sound her nahtlos dem internationalen Anspruch … ein Meisterwerk! Die Komposition ist plakativ und prägnant, der Refrain geht unweigerlich ins Ohr und bleibt auch noch nach Stunden drinnen. Die Massen werden diese eingängigen Töne nachsingen … nachschreien … und nachgackern!
Der Texter von „Toy“ hat die Gunst der Stunde genutzt und einen höchst originellen, mehr als ulkigen MeToo-Beitrag abgeliefert. Etwas, das keine Gewagtheit vermissen lässt … und dies vor allem zum exakt richtigen Zeitpunkt.
Zudem: Wir sind im Jahre 2018, mehr als ein halbes Jahrhundert nach Udo’s „Merci Cherie“ (1966). Auffallend und wesentlich der Mut des Autoren, dem Song das für viele nervige Gegackere und all die restlichen Saat-Einwürfe bzw. – Fills zu verpassen. Wem’s nicht ins Ohr geht, geht’s zumindest auf den Nerv … gehörig? … aber auch dadurch entstehen Emotionen … Gerede … Wirbel … Aufsehen … und somit Werbung!
Die im Begleitboot des Songs performte Choreografie gestaltet sich auf der Bühne und v. a. im Video phänomenal frisch und frech. Die Computeranimationen wirken für manche zwar stressig, deren Spitzfindigkeit aber entspricht dem Empfindungsstil und den Sehgewohnheiten der heutigen jungen Generation … somit unserer Zeit. – Top Video!!!

Zusammengefasst:
Die wilde Henne „Netta“ hat die Massen angebaggert und gottlob aus ihren Löchern geholt … sie wieder zum Diskutieren und Nachdenken gebracht! Die schräge Dame hat als Künstlerin eine Botschaft hinterlassen … im Sinne von Vielfalt, Toleranz und zeitgenössischer Kreativität. Der Erfolg … ja der gibt ihr und ihren Machern verdammt Recht. Das Projekt wird weltweit boomen, nicht nur bei den Molly’s, Emanzen und Feministinnen. Und Millionen Frauen mit ein paar (mehr oder weniger) Kilos zuviel werden ihren männlichen Zeitgenossen entgegengackern: „Keep carefull, you crazy guy, you stupid boy!”

„I’M NOT YOUR TOY!“


Von mir ein ganz lautes „BRAVO!“ an den Song und seine Macher,
vor allem die herzerfrischende „Netta“.


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