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„Platzt heute die Liga-Bombe?“ … „Maria Saal steht vor dem Aus!“ … „endgültige Entscheidung bis Mitternacht!“ (vgl. Trevisan,C.: Wirbel in Maria Saal: Klub steht vorm Abstieg. In: Kronenzeitung/Sport, 15. 06. 2018, S. 71)

Schöne Bescherung in der gestrigen Frühstückszeitung, welche die für viele Sportfans überraschende (Hiobs)botschaft vom Elend der Maria Saaler Kicker verbreitet: Man sei „finanziell am Sand“, mit Manager Ofner, dem „treuen Geldgeber“, habe man „ein böses Spiel“ gespielt, er sei vom Vorstand lange nicht über die „Lage instruiert“ worden.
Der scheinbar allesentscheidende Grund und Auslöser für das „Aus“:

„Die Infrastruktur frisst zu viele Kosten auf.“
(vgl.Trevisan,C., Kronenzeitung, ebd.)

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Man kann jede Misere der Welt schönreden und mit positiven Worten um den „heißen Brei“ schreiben. Diesbezüglich erfreut sich die Verwendung des Sammelbegriffes „Infrastruktur“ allseits größter Beliebtheit, in Wirklichkeit aber ist es eine tölpelhafte, billige Ausrede, die sich wie ein Stich in den Unterleib der Wahrheit empfindet. Einmal mehr … und leider immer wieder … droht ein vielversprechendes und erfreuliches Sportprojekt am illusorischen Wahnsinn von Selbstverwirklichern zu scheitern. Um den Untergang aber nicht zu dramatisch, sprich „wahrheitsgetreu“, dargestellt zu sehen, schiebt man – zumindest „nach Außen hin“ – den Kosten für „Infrastrukturen“ die Schuld in die (Fußball)schuhe.

Kurz zur Begriffserklärung (Wikipedia):
„Eine Infrastruktur (von lateinisch infra ‚unterhalb‘ und structura ‚Zusammenfügung‘) ist im übertragenen Sinn ein Unterbau. Sie umfasst alle langlebigen Einrichtungen materieller oder institutioneller Art, die das Funktionieren einer arbeitsreichen Volkswirtschaft begünstigen.“
Link zur Quelle

Was in der begriffsbestimmenden Theorie pragmatisch, lieb und harmlos klingt, schaut in der (fußball)sportlichen Realität erfahrungsgemäß völlig anders aus. Darum empfiehlt es sich (der immer mehr zur Seltenheit gewordenen Wahrheit zuliebe), nicht von „langlebigen Einrichtungen materieller oder institutioneller Art“ oder „Unterbau“ zu sprechen, sondern Tacheles zu reden, reinen Wein einzuschenken: Im Kick geht es um Gagen (für Spieler und Trainer), spezielle Sonderprämien, Fahrtengelder zu Trainings und Spielen, Ablösesummen von Vereinen oder Fixzahlungen an die selbsternannten „Herrgötter“, die sich nicht selten „selbst gehören“ (der Spielerpass „gehört“ dem Kicker, und nicht dem Verein!) und oder auch als ausranchierte, ehemalige  Oberliga-Kicker bei kleineren Vereinen noch einmal ordentlich „Kohle machen“ wollen. Es geht schlechthin einfach um Cash!

Deswegen sei allen Beteiligten, Spielern und Funktionäre, und auch jenen, die darüber reden oder schreiben, ein guter Rat gegeben: Sagt den Leuten endlich die Wahrheit, sagt ihnen:
„Wir können uns dieses sündteure Spielettchen nicht mehr leisten, haben uns komplett übernommen, die Spieler- und Trainergagen sind nicht mehr finanzierbar, die Kosten für Fahrten, Sonder- bzw. Erfolgsprämien, fressen uns auf, all das ist mehr als eine Nummer zu groß für uns, wir haben exakt so & so viele Schulden (…)“.

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Immer wieder hört man im Zusammenhang mit Vereinsaufwendungen den Begriff „laufender Betrieb“: Wohl eine der gefinkeltsten Schön-Beschreibungen für alles, was man der Öffentlichkeit nicht „auf die Nase binden will“ und bei Vollversammlungen seltenst hinterfragt wird, eigentlich so gut wie nie zur Sprache kommt … aus Angst davor, die teils exorbitant überhöhten „Aufwände“, die wahren Zahlen, könnten auf den Tisch der Öffentlichkeit und vor allem Sponsoren kommen. Der Hobbysport Fußball inszeniert hinter den Vorhängen nicht selten ein Theater, das manchen Verein zum finanziellen Totalcrash zwingt und schlussendlich in den Ruin treibt. Aber sind es dann wirklich die teuren „Infrastrukturen“, wie gestern wieder einmal gelesen.

Zum Nachdenken für neugierig Gewordene:
Welch Fußballverein der Welt ist schon wegen kaputter oder unzureichender „Infrastrukturen“, wegen einer zu kleinen Umkleidekabine, ungewaschener Dressen, verzerrender Lautsprecherboxen, ausufernder Reisekosten, verbogener Torstangen, veralterter Kantinen, verstopfter Klomuscheln, wegen eines undichten Tribünendachs, Stromausfalls, einer tropfenden Wasserleitung, durchschossener Tornetze, eines stotternden Rasenmähers oder vergilbter Kornerfähnchen, in die Pleite gegangen? Mit Gewissheit KEINER!! Es ist in 99 von hundert Fällen das verantwortungslose Überbezahlen von (reinen) Amateuren mit Halbprofiansprüchen! Es ist in 99 von hundert Fällen aber auch die folgenschwere, völlige Selbstüberschätzung krankhaft übermotivierter Visionäre, dies alles irgendwann irgendwie finanzieren zu können … mit Geld, das es nicht gibt … geblendet vom Glanz einer Zielflagge, die nicht erreichbar  ist. Ein böser Traum, von dem einige erst beim Masseverwalter erwachen.

So wird man sich auch in Maria Saal Gedanken darüber machen müssen, wie man den Sponsoren und vor allem Menschen in der Heimatgemeinde das „Aus“ „verkauft“. Dass ein Stoßgebet im wunderschönen eigenen Dom auf dem unvermeidlichen Weg zur Selbsterkenntnis noch rettend sein kann, ist eher anzuzweifeln.
„Der Himmel kann warten!“ … ob und wie lange dies jene, denen man – „finanziell am Sand“ (vgl.Trevisan,C., Kronenzeitung, ebd.) – Geld schuldet, tun werden, steht allerdings in weit entfernten Fußballsternen.

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