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„Das Bild zeigt den Züchter des Stieres. Er zog den Stier auf für den Stierkampf. Der Besitzer verkaufte den Stier, und das Tier landete in der Arena. In der Mitte des Stierkampfes war der Stier schon verletzt und konnte sich nicht mehr wehren, und dann bemerkte der Stier, dass sein einstiges Herrchen da war und rannte verzweifelt zu ihm und hoffte, dass er hilft. Aber klar, nach dem Kuss, der Mann tat nichts, und so wurde der Stier umgebracht und danach geschlachtet. Die spanischen Zeitungen haben das Bild „Kuss des Judas“ genannt! Kein Tier ist so verlogen und grausam wie der Mensch.“ (Quelle: unglaublichefakten.com)

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Man muss fassungslos sein beim Lesen dieser erbarmungslosen Zeilen. Tiefgerührt versuche ich, diesen Brocken hinunterzuschlucken, genauso tief erbost, nein, wütend stammle ich Schimpfworte vor mich hin, die nicht von feinster Art sind … „Drecksau“ ist eher eines der feinsten davon! Doch leider ist oben abgebildeter „Held der Nation“ nicht der einzige Herzamputierte in dieser Hinsicht:
„Der Streit um die Stierkämpfe dauert schon lange an. Manche sagen, dass es nur um die Folter von Tieren geht, andere sehen darin eine einzigartige Kunst, die Choreographie, Kostüm und Musik miteinander verbindet. Zu den Unterstützern dieses Gemetzels gehört der ehemalige König von Spanien, Juan Carlo, sodass es kein Wunder ist, dass viele seiner Untertanen ähnlich denken. Jedes Jahr werden Tausende von Stieren in den spanischen Arenas getötet. Es ist traurig, dass sie gezüchtet werden, nur um in der großen Arena zur Freude der Zuschauer zu sterben.“
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Passend dazu folgende Geschichte:

Mehr als 23 000 schaulustige Spanier waren gekommen, um Triumphe zu sehen. Sie sahen Blamables. Im sandigen Rund der Monumental-Arena von Madrid zelebrierte Spaniens Publikumsliebling, der Stierkämpfer El Cordobés, 32, scheinbar Mannesmut und Todesverachtung, als er zum Todesstoß auf seinen Stier ansetzte — für Spanier die Sekunde der Wahrheit.

Es wurde für El Cordobés die Stunde der Wahrheit. Denn plötzlich schwang sich ein Mann in Schwarz in den Ring und entlarvte den Torero als Pfuscher, den Stier als harmlos: Erst tätschelte er das wundwütige Tier, dann küßte er ihm die Schnauze.

In wenigen Augenblicken wurde der Liebling des Publikums zum Gespött des Publikums. Der Mann in Schwarz aber wurde — wegen unerlaubten Betretens der Arena -. verhaftet. Es war Miguel Mateo, 29, genannt Miguelin, Matador wie El Cordobés.

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“Der bekommt eine Masse Geld”
(rund 80 000 Mark pro Auftritt), erklärte Miguelin später seine Protest-Demonstration gegen den Star-Konkurrenten, “aber die Stiere, gegen die er kämpfen muß, sind harmlos wie kleine Lämmer.“

Zwei Tage später wurde El Cordobés wieder ausgepfiffen: In Madrids “Plaza Monumental” ergriff das lammfromme und verängstigte Rindvieh kurzerhand die Flucht und stolperte – durch El Cordobés, rotes Tuch nur verschreckt – über die eigenen Beine. Ein Stierkampf-Berichterstatter nannte das Schauspiel einen “Skandal” und die bedauernswerten Tiere “Schweizer Kühe”.

Ihm und den übrigen Aficionados, den spanischen Stierkampf-Fans, sind die Corridas längst viel zu harmlos, viel zu sehr blutige Belustigung für Touristen geworden: Die Tiere erwecken nicht mehr Angst, sondern Mitleid.

Seit Jahren fordern die Aficionados deshalb, endlich wieder die kräftigeren und tapferen Stiere der Miura-Züchtung in Spaniens Arenen zu lassen. Doch vor diesen Miuras fürchten sich selbst Matadore und Manager. Die Toreros bangen um ihre Haut, die Impresarios um ihre Kassen — invalide und tote Toreros sind keine Pesete mehr wert.

Und Spaniens bester Kassenfüller ist immer noch El Cordobés. Fehlende Technik überspielt der Franco-Freund (richtiger Name: Manuel Benitez) mit unorthodoxen, pseudo-dramatischen Einlagen. Seine Fans bejubeln die Mätzchen und Clownerien seine Gegner aber kritisieren ihn immer heftiger. “Ich würde gerne mit ihm gegen Miuras kämpfen”, meinte Miguelin, “dann würden wir sehen, wer von uns beiden der Bessere ist.”

Um einem solchen Stechen aus dem Weg zu gehen, zog sich El Cordobés im Vorjahr plötzlich aus der Arena zurück: Er habe, so tröstete er damals seine enttäuschten Anhänger, die Stimme der Vorsehung vernommen. Als malender und filmender Playboy wollte El Cordobés seinen Ruhm ohne Risiko pflegen.

Doch noch liefen 118 unterschriebene Kontrakte, die für ihn zehn Millionen Mark Einnahmen bedeuteten, und seine Manager forderten eine Konventionalstrafe in Höhe von 16 Millionen Mark. Schon nach einem Monat kehrte El Cordobés zu den Stieren zurück.

Sein groß angekündigtes Comeback in der alten Römer-Arena von Arles in Südfrankreich endete mit Pfiffen, Prügeln und Flucht. Per Privatflugzeug brachte sich der Torero über die Pyrenäen in Sicherheit.

“Diejenigen, die nicht rechtzeitig aussteigen, verlieren schnell den Respekt des Publikums”, versicherte Stierkampfidol Luis Miguel Dominguin, Kumpel des Aficionado Ernest Hemingway und Furt der barfüßigen Gräfin Ava Gardner. Er muß es wissen, denn er nahm auf der Höhe seines Ruhms Abschied von der Arena.

Dominguin: “Der Zwischenfall mit Miguelin wird schnell vergessen sein, nicht aber das, was er ausgelöst hat.”

Er habe, so jubelten die Aficionados, die Renaissance des Stierkampfes eingeleitet. Und deshalb erntete Miguelin auch Gnade: Für seinen unerlaubten Sprung in die Arena wurde der Cordobés-Herausforderer zwar mit einer Geldstrafe belegt, seine Lizenz aber durfte er behalten.
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