© Hintergrund: Pixabay – Foto: Privat
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Genauso jung wie der Frühling ist die Nachricht von einer wahren archäologischen Sensation in unserer Heimatgemeinde, die vorige Woche in der Zeitschrift „Antike Welt“ veröffentlicht wurde. Hierzu kurz die Vorgeschichte.


November 2018:

Aufgrund des extrem warmen und niederschlagsarmen Wetters sind auch noch in den letzten Jahresmonaten Tätigkeiten in Garten und auf dem Feld möglich. Franz Pichler, unser Betreiber und weitbekannte „Seele“ des Museums „Im Laufe der Zeit“ nimmt im Feld vis-á-vis seines musealen Gebäudes Umgrabungen vor. Der Boden ist weich, Franz gräbt sich ca. 1 m tief in das Erdreich, dann stößt er plötzlich auf einen Gegenstand, den er im ersten Moment nicht zuordnen kann. Erst bei genauerem Betrachten und Wegkratzen von Schmutz und Erde realisiert er, dass es sich hier um eine Figur handeln muss. Völlig verwundert zu Hause angekommen, wäscht er den Fund in einem Becken und stellt fest: Es ist eine ca. 35 cm hohe Statue, welche die Heilige Maria mit dem Jesukind zeigt und auffallend schwer ist.


Franz Pichler …
… der sich vorerst nichts Besonderes dabei denkt, nimmt vorsichtshalber Kontakt mit einem Sammelfreund aus Dölsach auf, welcher seit vielen Jahren in Aguntum für Grabungsaktivitäten zuständig und in hohem Maße kompetent ist und zeigt ihm die gefundene Figur. Der Osttiroler Kollege ist vor den Kopf gestoßen: „Franz, das ist kein Spielzeug mehr. Ich geb dir jetzt die Adresse vom Institut für klassische Archäologie in Wien. Ruf die Leute an und schick ihnen, wenn gewünscht, diese Statue. Da kann unter Umständen etwas ganz Besonderes dahinterstecken.“


Finder Franz Pichler …
… befolgt den Rat des Grabungsleiters und verschickt nach kurzem Telefonkontakt mit Wien seinen Fund. Dann folgt monatelanges Warten … und schlussendlich der Anruf von der Institutsleitung: „Herr Pichler! Wir haben ihre Statue im Scanner genauestens erforscht und trauten beim Blick auf die Altersangabe unseren Augen nicht: Die Figur stammt ohne Zweifel exakt aus den ersten Jahrzehnten des 2. Jahrhunderts nach Christus, etwa um 130 n. Ch. Es gibt zur Stunde keinen älteren Fund in Europa, der Maria mit ihrem Kinde zeigt. Auch kirchengeschichtlich eine umwälzende Entdeckung. Vor allem aber ist die Statue in einem überaus guten Zustand. Nach der Reinigung mit Chemikalien konnten wir feststellen, dass es sich hier um hochkarätiges Gold handelt. Unser zuständiger Fakultätsleiter wird sich bei Ihnen melden.“

 

Museumleiter Franz Pichler bei der Fundstelle - Abb. 2 © Privat
Museumsleiter Franz Pichler bei der Fundstelle – © Privat


… was inzwischen geschehen ist.
Demgemäß wird es ab Juni bis in den Spätherbst zu intensiven weiteren Grabungen kommen, welche unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Basema Hamarneh gemeinsam mit Univ.-Prof. Dr. Günther Schörner, ao.Univ.-Prof. Mag. Dr. Fritz Blakolmer und einem etwa 10-köpfigen Studententeam durchgeführt werden sollen. Franz Pichler, der verständlich fast überrumpelt wirkt, meint dazu: „Momentan bin ich etwas überfordert. Das alles ist ja wirklich kaum zu glauben, Wahnsinn! Ja, man hat mir mitgeteilt, dass sich Mitte Juni eine große Grabungsmannschaft bei uns niederlassen wird, für ca. 4 oder 5 Monate, je nach Fortschritt bzw. Erfolg. Jetzt muss ich erst einmal schauen, wo wir diese Leute überhaupt unterbringen.“


Faktum ist weiters, …
… dass wissenschaftliche archäologische Arbeiten nur bei absoluter Ruhe durchgeführt werden können. Zu diesem Zwecke wird im zitierten Zeitraum die Ehrfeldstraße vom Kelag-Gebäude bis zum Gartenzentrum von DI Andreas Wieser bzw. südlich des Museums bis zur Fernwärme gesperrt werden. Ein dementsprechender Beschluss des Gemeindevorstands inklusive Erlass liegt bereits vor. Weiters werden die Anrainer für die Zeit der Grabungen gebeten, unnötige Lärmbelästigung zu vermeiden, um die Wissenschaftler nicht zu stören. Ein provisorisches Fundlager soll im ersten Stock der Tschabitscher-Halle eingerichtet werden.


Wohl am meisten begeistert …

… vom aufsehenerregenden Fund zeit sich unsere heimische Historikerin Prof. Dr. Claudia Fräß-Ehrfeld: „Es ist faszinierend. Jetzt scheint sich der Bogen von der legendären Steinfelder Goldgräberzeit vergangener Jahrhunderte bis in die aktuelle Gegenwart zu spannen. Ich werde die wissenschaftlichen Arbeiten mit Sicherheit vom ersten Tage an begleiten und in einem eigenen Werk festhalten.“


Aus speziellem Grunde …

… und aktuellem Anlass freut sich “Glückspilz” Franz Pichler in besonderem Maße. Er wird die Goldene Maria mit Jesukind, streng bewacht und in einer gesicherten Vitrine, am kommenden Samstag, 6. April 2019, beim Flohmarkt der kulturinteressierten Öffentlichkeit präsentieren: „Monatelang musste ich von alledem schweigen, das hab ich dem Professor im Herbst 2018 versprochen. Es wusste ja niemand etwas Genaues über Alter und Herkunft. Jetzt aber ist es öffentlich und ich werde die wertvolle Statue allen gerne zeigen. Es werden auch Historikerin Frau Dr. Claudia Ehrfeld sowie die hochrangigen Archäologen aus Wien dabeisein. Sie nehmen die Statue dann mit, um eventuell weitere Erkenntnisse gewinnen zu können. Zum Schluss findet man im Sommer sogar noch andere Gegenstände … oder gar Mauerwerk. Ich jedenfalls bin wirklich stolz auf meinen  Fund und hoffe auf viele Bewunderer am Samstag beim Flohmarkt!“

Die wertvolle goldene Statue - © Foto und Montage Privat
Die wertvolle goldene Statue … ein ‚Zeuge der Ewigkeit’ – © Foto und Montage Privat

 

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Walter Widemair
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9754 Steinfeld

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