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© Privat - Montage: Walter Widemair
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Weit früher als erwartet bzw. angekündigt, wurde nach dem Sensationsfund von Museumsleiter Franz Pichler (wir berichteten am Montag ausführlich davon) mit den Grabungen im Zenit der Fundstelle begonnen: „Man hat mich angerufen und informiert, dass man aus Zeitgründen bereits vor dem Juni anfangen will. Gleich danach ist der erste Bagger gekommen. Es war schon ein wenig stressig, so auf die Schnelle für die ersten 8 Grabungsmitarbeiter ein passendes Quartier zu finden. Die prominenten Archäologen unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Basema Hamarneh gemeinsam mit Univ.-Prof. Dr. Günther Schörner, ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Fritz Blakolmer kommen dann in der nächsten Woche. Vorerst soll einmal die oberste Schicht, ca. 25 cm, vom Erdreich abgehoben und ein kleinflächiger Bereich untersucht werden. Dann folgt die Millimeterarbeit mit Pinselchen und kleinen Schabgeräten und, am Ende der Untersuchungen, den Computern. Kein Mensch kann ahnen, was da auf uns zukommt. Wir hoffen überdies alle auf halbwegs gutes Wetter, da durch Regenfälle und damit verbundene ungewollte Feuchtigkeit neue Probleme auf das Team zukommen können. Nicht umsonst gibt es den Archäologenspruch: ‘Zu wenig Staub ist der Historie Raub!’“

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Äußerste Vorsicht ist geboten – © Privat


Nicht viel zu erfahren …
… ist momentan über die genaue Herkunft sowie den Wanderweg der gefundenen Statue. Aufgrund der schwachen Quellenlage ist nicht absolut gesichert, wo die goldene Muttergottes vor ihrem Weg nach Kärnten aufbewahrte wurde. Es ist laut ersten Scannings jedoch mit großer Gewissheit anzunehmen, dass die Statue ursprünglich zu den Lichtmessprozessionen slowenischer Kanoniker für Prozessionen verwendet und die übrige Zeit an anderer Stelle verwahrt wurde. Als Aufbewahrungsorte werden das festungsartige Westwerk der Stiftskirche Bled oder ein Anbau neben dem rechten Seitenschiff, das armarium dictum sychter, in der Schatzkammer Laibach, diskutiert. Beide Orte waren nach den baulichen Befunden mittelalterliche Schatzkammern und scheinen aufgrund der geographischen Nahlage und als Inhaber eines Bischofssitzes als Schutzhort möglich.

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Franz Pichler mit seinem aufsehenerregenden Fund – © Privat


Durch wen und auf welchem Wege …

… die wertvolle Figur schließlich nach Steinfeld gebracht wurde, ist nicht bekannt, da es keinen diesbezüglichen Vermerk und auch keine Urkunde gibt. Die historische Erfahrung lehrt jedoch, dass derartige Schatzgüter ihre Heimstätte nur in Kriegs- und Krisenzeiten verlassen, wobei die Quellenlage, wie eigentlich die gesamte Forschung, eher dünn sind.

Eine andere, nicht zu Unrecht eher umstrittene, Theorie vermutet einen historischen Zusammenhang mit der enormen Flüchtlingsbewegung während des ersten Weltkriegs. Durch die Kampfhandlungen wurde Kärnten in der Folge von „massiven Flüchtlingsströmen“ aus dem Kanaltal, dem Isonzo sowie dem küstenländischen Kampfbereich erfasst. Auch Flüchtlinge aus dem Norden Sloweniens kamen ins Land. Mit ihnen Pilger aus den Reihen der dortigen Katholikenschar. Unter Umständen kam die Statue auf diesem Wege nach Kärnten.

So wird es den Wiener Historikern und Archäologen zur verantwortungsvollen Aufgabe werden, die vielen Rätsel um die „Goldene Maria von Steinfeld“ und ihr Jesukind zu erforschen.
Faktum ist und bleibt, dass Finder Franz Pichler mit Argusaugen und großem Interesse die weitern Geschehnisse rund um seine Goldstatue verfolgen wird. Zeigen will er sie heute, Samstag, allen Besuchern seines Flohmarkts. Kulturinteressierte und auch Neugierige werden sich dabei die Hände reichen. Die Redaktion wird in weiterer Folge davon berichten.

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Wertvoll: Maria und ihr Jesukind in Gold – © Privat


Ungewiss ist allerdings noch, …
… wie man die zum Zwecke der allgemeinen Grabungsruhe unbedingt notwendig gewordene und bereits auf der Gemeindetafel angekündigte Sperre der Ehrfeldstraße vom Kelag-Gebäude bis zum Gartenzentrum von DI Andreas Wieser bzw. südlich des Museums bis zur Fernwärme, umsetzen will. Ein dementsprechender erster Widerstand seitens mehrerer Anrainer hat bereits hellhörig gemacht. 

 

QUELLE/KONTAKT:

Walter Widemair
Josef-Fräß-Ehrfeldstr. 4
9754 Steinfeld

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