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Sehr früh aufstehen kann auch ungeahnt Schönes mit sich bringen. So erreichte mich heute um 04:36 Uhr der Link zu einem ganz besonderen Beitrag von Karen von Guttenberg in der „BILD“ vom 20. Juni 2019. Berührend und wohltuend zugleich der Inhalt des nun folgenden Artikels:

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Es war eine Entscheidung, die irgendwann aus seinem Herzen kam: Landwirt Hans Möller aus Lentföhrden in Schleswig-Holstein gönnt seinen Kühen eine „Elternzeit“. Das heißt im Klartext, dass die Kälbchen nach ihrer Geburt bei ihren Müttern bleiben dürfen.

 

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Normalerweise werden die Baby-Kühe direkt nach der Geburt oder kurze Zeit später von ihren Müttern getrennt – was oft einen großen Trennungsschmerz bei beiden hervorruft. Kälber und Mütter schreien herzzerreißend nacheinander. Die Neugeborenen werden in sogenannte Iglus aus Plastik gesteckt, da hat sie die Mutter noch nicht mal vollständig abgeleckt. Ohne Kontakt zu ihr werden sie dann auf zittrigen Beinen mit Milch aus dem Eimer gefüttert.

Das hat Landwirt Möller abgeschafft. „
Das Ganze ging vor acht Jahren los. Da waren wir auf Märkten und Straßenfesten vertreten und immer mit Fragen der Verbraucher konfrontiert, was wir mit unseren Kälbern machen. Unsere Antwort: Wir ziehen sie mit dem Eimer auf. Aber das hat niemanden befriedigt“, erzählt Möller BILD.
Denn damit eine Kuh immer Milch gibt, muss sie mindestens einmal im Jahr Nachwuchs haben. Und der soll nur ja nicht die Milch einfach so wegtrinken.
Vor knapp vier Jahren haben wir umgestellt und die Kälber bei ihren Müttern gelassen. Die Mütter können ihre Kälbchen nun mal viel besser aufziehen. Wir haben es einfach ausprobiert, ohne uns Gedanken zu machen. Learning by doing. Nach einem Jahr sind wir damit in die Kommunikation gegangen und haben unsere 4-Jahreszeiten-Milch mit dem Button „Elternzeit“ ausgestattet.“

Ja, das kostet mehr. Das weiß auch der Bioland e.V., bei dem Bauer Möller gelistet ist. „Die muttergebundene Kälberaufzucht ist sehr zeit- und kostenintensiv“, erklärt Sprecherin Susanne Rihm BILD. „Die Mehraufwände müssen entsprechend an die Verbraucher weitergegeben werden, leider ist hier die Zahlungsbereitschaft nicht ausreichend ausgeprägt. Für große Molkereien wäre ein gesondertes Verarbeitungssystem für Milch aus muttergebundener Aufzucht aufgrund der hohen separaten Erfassungs- und Verarbeitungskosten nicht lohnenswert. Daher wird der Großteil dieser Milch über die Direktvermarktung der jeweiligen Betriebe vermarktet.“

Bauer Möller argumentiert anders: „Uns kostet das um die 30 Cent pro Liter Milch mehr. Die Preise für die Verbraucher liegen zwischen 1,80 und 2 Euro. Mit weniger Milch einen besseren Ertrag zu erzielen, das ist ja dann auch für den Landwirt interessant.“

Wenn das kein Grund ist,
jeder Kuh Elternzeit zu gönnen …

(Guttenberg, Karen von: Bei diesem Bauern dürfen Kühe „Elternzeit“ haben.
In: Bild, 20. 06. 2019)

Link zum Originalartikel:

 

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