© Privat/Bestattung Ertl
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Zur Stunde ihrer Beerdigung leider verhindert, will ich auf diesem Wege – nach ein paar Tagen des Nachdenkens umso mehr von Herzen gerne – einige persönliche Gedanken an Heidi Strauß äußern.

Obwohl in Kenntnis ihrer schweren Erkrankung, waren wir alle zu tiefst getroffen von der Todesnachricht. Heidi war bekannt und beliebt und wurde im Stillen mehrfach bewundert. Nicht nur dafür, dass sie eine herausragende Sängerin war, sondern vor allem für die Demut, mit der sie sich ihrem Schicksal entgegenstellte.
Es mag ca. zwei Jahre her sein, dass meine Gattin und ich ihr beim Spaziergang Richtung Lengholz auf dem Feldweg begegneten und dabei ein langes und inniges Gespräch führen durften. Wie gefasst und unerschrocken sie doch damals von ihrer Krankheit berichtete, erfüllt vom Glauben an eine – wie auch immer – mögliche Heilung. Keine Spur von Resignation oder Verzweiflung, nein, Heidi gab sich unerschrocken, schien ihr Los respektvoll angenommen zu haben und keine Gedanken an Hoffnungslosigkeit verlieren zu wollen. Sie strahlte dabei so viel positive Energie aus und wirkte nahezu erschütterlich. Bewundernswert, wie entschlossen sie von alternativen Gesundungswegen sprach und dabei sogar noch lächeln konnte. Die halbe Stunde unserer Begegnung hinterließ viel Nachdenklichkeit in mir und mahnte mich zu mehr Zufriedenheit und Achtsamkeit im Leben. Heidi selber konnte den von ihr ersehnten Weg leider nicht gehen, sondern musste sich der Allmacht der Natur beugen und ihre Lieben in viel zu frühen Jahren zurücklassen.

Die Verstorbene hinterlässt aber nicht nur die Spuren ihrer Liebe, sondern auch die Erinnerung an beseelte Stunden der Musik. Heidis inniger, gefühlserfüllter Gesang umarmte im Nu die Herzen der Zuhörer und ließ Takt für Takt neue Sonne in sie strömen. Es war vor allem die spezielle, ihre ganz eigene Gestaltung und Tongebung, die Phrasierung und Ausschmückung mit wohltuender Leidenschaft, die selbst einen Profi in Erstaunen zu versetzen vermochten. Kein nachahmbares, zickig-dünnes Schlagerstimmchen, keine trivialen Texte und Melodien, sondern aussagekräftige klingende Geschenke aus der Seele einer reifen, niveauvollen Frau. Melancholie pur, die den Zuhörer in stets neue Stimmung versetzte und die musikalische Reise zum bescheidenen, aber wunderbaren Erlebnis machte. Heidi Strauß war von musischem Talent gesegnet und verwöhnte die Mitmenschen, ohne dass sich – wohl viele von ihnen – dessen bewusst waren. Ich selber genoss die Konzertstunden mit ihr als Sängerin und bin der Band sogar einmal nachgereist. Es war anlässlich eines Adventauftritts in Villach, und meine Frau Petra und ich ließen uns von Herzen gerne musikalisch umarmen. Gerade zu dieser vorweihnachtlichen Atmosphäre schien Heidis runde und gestaltungsreiche Stimme wie geschaffen … es war einfach sehr sehr schön.

Heute will ich mich respektvoll vor ihr verneigen und erlaube mir, dies im Namen viele anderer Menschen zu tun, die sich im Umgang mit dem geschriebenen Wort eher schwer tun. Mögen wir alle aus dem Innersten heraus „Danke“ sagen. „Danke Heidi“ für die Zeit in deiner Nähe und die vielen unvergesslichen Momente. Was vor allem die Lieben in der hinterbliebenen Familie denken und fühlen, vermochte wohl kaum einer so schön und treffend zu sagen wie der großartige Herbert Grönemeyer in seinem Lied „Der Weg“:

Es war ein Stück vom Himmel,
dass es dich gab …

Hab dich sicher
in meiner Seele …

Ich trag dich
bei mir …

Bis der
Vorhang fällt.

Link zum gesamten Songtext


Leb wohl, Heidi Strauß!
In Würde, Demut und Dankbarkeit verneigen wir uns vor dir.

 

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