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Tickt der denn noch richtig? Leidet der an Größenwahn?“ Dieserart empörte sich kürzlich eine Steinfelderin aus meinem Bekanntenkreis, als ich ihr auf die Frage, was es denn so Neues gäbe, vom aktuellen Vorhaben des Ewald Tschabitscher berichtete. Die Rede ist vom ernsthaften Vorhaben des Bürgermeisters, der Allgemeinheit für einen sehr wichtigen Teil der Straße auf unserem Hausberg, dem „Rottensteiner Güterweg“, in Zukunft die uneingeschränkte Benutzung per Verordnung streitig zu machen.

Es war nicht einfach für mich, der aufgebrachten Bürgerin die Zusammenhänge verständlich zu machen. „Was will der jetzt ganz genau?“ fragte mich die uninformierte Dame. Ich versuchte es vorerst einmal mit einem bildhaften Beispiel:Schau. Das ist so, als wenn ein Bürgermeister zu einem Jäger sagt: ‘Der Hochsitz da kann bleiben, aber die Stiege muss weg!’, und dann die Stiege in einer Nacht- und Nebelaktion durch Andere wegreißen lässt, um nach außen hin nicht selber der Böse zu sein.“ – „Und was bedeutet das jetzt für den konkreten Fall mit der Straße?“ – „Ganz einfach: der Tschabitscher will, dass die Straße vom Kirchplatz bis hinauf in die ‘Mösslacher Reidn’ nicht, wie bisher, eine Straße bleibt, bei der die Gemeinde für die Instandhaltung und alle anderen Kosten zuständig ist (in unserem Fall eine sogenannte ‘Verbindungsstraße’), sondern bereits vom Stocker Heinz weg aufwärts wieder ein Güterweg ist, für den dann die Weggenossenschaft alle Rechte und Pflichten hat: d. h. einerseits finanziell alles berappen muss, andererseits aber das Recht und die Möglichkeit hat, den öffentlichen Verkehr zu verbieten. Kurz gesagt: der Öffentlichkeitscharakter der Weganlage soll in Frage gestellt werden.“ – „Das begreif ich nur sehr schwer“, meint die verdutzte Dame.

Schau, Tschabitscher behauptet, dass die Straße nicht dem allgemein öffentlichen Verkehr diene. Eben nur als Zufahrt zu den Privathäusern und für die Landwirte und Holzarbeiter, die auf den Feldern und im Wald zu tun haben“ – „Was ist denn mit dem los?“, beginnt sie zu toben, „mein ganzes Leben lang sind wir alle über diese Straße den Berg hinauf und ins Tal gefahren, haben dort Schwammerln gesucht und Schwarzbeeren und Granten gepflückt, sind wandern gegangen und haben mit den Eltern, Geschwistern und Freunden unsere Freizeit dort verbracht. – Sowas!“

Nun musste ich die Situation etwas beruhigen und schweifte bewusst vom Kurs ab. Unter dem Motto „Zürück an den Start“ bemühte ich mich, meine Bekannte darüber aufzuklären, was ein „Güterweg“ überhaupt ist und las ich ihr aus dem iPhone die Begriffserklärung vor: Als Güterweg werden in Österreich Wege oder Straßen bezeichnet, die im ländlichen Raum die Erschließung einzelner kleiner Siedlungen oder Einzelgebäude durch Fahrzeuge ermöglichen. Diese Straßen können sich im Eigentum der öffentlichen Hand oder in Privatbesitz befinden. Sie zählen aber nicht zu den öffentlichen Straßen und die Benützung ist meist nur bestimmten Personengruppen vorbehalten. (…)“ © Wikipedia

Meine Bekannte schüttelt den Kopf: „Also ist das bei uns gar kein Güterweg, weil ja seit eh und je alle hier fahren, alle! Jeder ist hier gefahren, seit ich denken kann. Das ist eine öffentliche Straße!“ – „Ja, ist sie, und vom Kirchplatz bis hinauf zur ‘Birkleitn’ hinauf sogar im öffentlichen Gut“, erkläre ich ihr, „das Recht auf eine Benützung durch die Allgemeinheit liegt doch klar auf der Hand, die Straße dient dem allgemeinen Verkehr!“ – Und ich mache der Dame bewusst: 
Mitterberg und Rottenstein sind zwei dauerhaft besiedelte Ortschaften, an die dreißig Familien leben hier. Die Kinder werden mit Bussen zur Schule gebracht, und wenn droben in der Kapelle Erntedank oder ein anderes Fest gefeiert wird, kommen viele Steinfelder und Menschen aus anderen Ortschaften herauf. Dazu haben wir mit dem Gasthaus Moser ja bis vor Kurzem noch eine gemütliche Bleibe gehabt, und dass die Schule geschlossen wurde, ist ja auch keine Ewigkeit her. Vergiss auch nicht, dass die Urlauber die Natur genießen und uns so einen Funken Tourismus ermöglichen. Gar nicht zu reden vom Berghöfe Wanderweg, den wir seitens der Gemeinde stolz und sogar im Internet ausführlich bewerben. Da sind dann noch die Flugsportler und Modellflieger, die ihre Startplätze am Berg haben. Und wenn die Mitarbeiter der Verbund die Straße benützen, um ihre Wartungsarbeiten am Speicher zu verrichten, tun sie das ja auch nicht aus privaten Gründen, sondern in öffentlichem Interesse!“
„So ist es“, meint meine Kollegin, „und der da sagt, dass das alles ist kein allgemeiner, öffentlicher Verkehr, kein öffentliches Interesse ist und will uns in der Straßenbenutzung einschränken lassen? Eine Sauerei, wirklich! Tut mir leid, dass ich da nicht mehr die nötigen Nerven habe!“

Am wütendsten wird mein Gegenüber, als ich direkt aus dem Schreiben von Ewald Tschabitscher zitiere, welches er am 20. Jänner dieses Jahres an die Kärntner Landesregierung schickte und ich vorsichtshalber in meinem Handy gespeichert habe:

Wer die Weganlage in welchem Ausmaß
auch immer benützen darf,
ist ausschließlich der
Bringungsgemeinschaft Güterweg Steinfeld-Rottenstein vorbehalten.“

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Was?“ fährt meine Gesprächspartnerin ein letztes Mal hoch, „keiner von den Leuten weiß was davon, niemand kennt sich aus bei dem Durcheinander da!“ – „Das alles ist eine komplizierte, stressige Sache mit persönlichen Befindlichkeiten im Hintergrund“, sage ich ihr, „aber wenn du in den nächsten Tagen mal Zeit hast, werde ich dir alles in Ruhe darlegen.“ – Wir reichen einander die Hand. – „Danke!“ – „Ciao!“

Und so kam es dann auch zum vorgeschlagenen zweiten Treffen mit meiner Bekannten. Dabei klärte ich sie auf, wer den sogenannten „Rottensteiner Güterweg“ überhaupt gebaut und bezahlt hat, wer seit Jahrzehnten die Instandhaltung finanziert und mit welch schleierhafter Methode bezweckt werden soll, dass uns Steinfelder Bürgern und Bürgerinnen in Zukunft die uneingeschränkte Benutzung der strittigen Weganlage auf unseren Heimatberg hinauf versagt werden kann …

wenn sich niemand dagegen wehrt …
… und E. Tschabitscher ungehindert weitertorkeln darf …
… in seinem offensichtlichen Machtrausch.

Fortsetzung folgt in Kürze!

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